Die Kulisse war Grand-Prix-Tag-verdächtig. Der erste Tag der Offenen Tür in der Geschichte des Kölner Renn-Vereins fand einen derart enormen Besucherzuspruch, als ginge die tags zuvor in England in den King George VI and Queen Elizabeth Stakes erfolgreiche Superstute Danedream auf ihrer Heimatbahn an den Start. 15.000 Zuschauer wurden gezählt. Das Publikum rekrutierte sich aus allen Altersklassen, vor allem waren sehr viele Familien darunter.
Natürlich gab es auch einen sportlichen Höhepunkt in Form des Ilse und Heinz Ramm-Erinnerungsrennens mit dem Untertitel Kölner Zweijährigen Trophy. Die Prüfung stand ganz im Zeichen der Kölner Stute Nouvelle Neige, die unter Dennis Schiergen leicht gegen Dream Wedding und Mountainview gewann. Die von Peter Schiergen trainierte Zweijährige setzte sich hierzulande mit diesem Sieg fürs Erste einmal in die an die Spitze des Jahrgangs 2010.
Hinter die Kulissen geschaut
Doch Konzeption und Drehbuch des Tages waren nicht ausschließlich aufs Sportliche ausgerichtet. Die Veranstaltung – mit freiem Eintritt - sollte insbesondere auch informieren, und es wurde ausnahmsweise auch der eine oder andere Blick hinter die Kulissen gestattet.
Der bekannte Sportmoderator Ulli Potofski führte gekonnt und mit leichter Hand als Moderator durch einen sonnigen Sommerrenntag. Zwischendurch interviewte er dabei viele interessante Leute. Zu seinen Gesprächspartnern gehörten u.a. Dr. Peter Tasch als Chef der Rennleitung und Christoph Freiherr von Gumppenberg, der an Kölner Renntagen als Handicapper fungiert.
Die Blicke hinter die Kulissen fanden u.a. im Waagegebäude statt. Hier konnte man das Auswiegen vor und das Zurückwiegen nach einem Rennen einmal hautnah mitzuerleben. Ein besonderer Renner waren die Ausflüge von Besuchergruppen zur Startmaschine. Am 1.850-Meter-Start wurde dabei dem Starter gewissermaßen über die Schulter geschaut und die knisternde Spannung der letzten Minuten vor einem Rennen besonders intensiv miterlebt.
Viel Neues erfahren
Stets dicht umlagert waren die zahlreichen Informationsstände. Viele Renn-Utensilien konnte man sich einmal näher ansehen. Überdies erläuterte der Rennbahnschmied einiges über seine Arbeit und erklärte die Bandbreite der Hufeisen, mit denen er die Pferde beschlägt.
Dazu erfuhren viele erstmals, wie wichtig die Funktion eines Futtermeisters an einem Rennstall ist und was die Vollblüter so alles an nahrhafter Kost in ihre Krippen bekommen.
Es gab allerdings auch eine Ausnahme. Einen Vierbeiner, der seinen Hafer ausschließlich aus der Steckdose bezieht. Das war „Mr. Ed“, der hochtechnische Rennpferdesimulator. Jenes kleine elektronische Wunderwerk, welches alle Bewegungen und Gangarten eines Rennpferdes exakt und naturgetreu nachahmen kann. In der Kölner Jockey-Schule ist er ein wichtiger Eckpfeiler in der praktischen Ausbildung des reiterlichen Nachwuchses.
Ausnahmsweise konnten manche, die leicht genug waren und noch nie auf einem Pferd gesessen hatten, erstmals das berühmte Glück der Erde völlig unbeschwert genießen, wenn auch nur auf dem Rücken von „Mr. Ed“.
Kinderprogramm und Wettnietenverlosung
Neben dem breiten informativen Teil wurde vor allem noch die Wettnietenverlosung stark frequentiert. Wie immer gab es außerdem ein großes Kinderprogramm. Es kamen also alle auf ihre Kosten hatten ihren Spaß.
Zahlreiche Erstbesucher versprachen, wiederkommen zu wollen. Die meisten davon haben sich bereits den 8. August vorgemerkt. Im Rahmen des Rotonda Business-Club Renntags ist an diesem Mittwoch das BBAG Auktionsrennen der sportliche Hohepunkt.